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Amtsanwälte ...

  • sind Beamte in einer Sonderlaufbahn des 'Gehobenen Justizdienstes'
  • verrichten bei den Staatsanwaltschaften einen ansehnlichen Teil der Arbeit des 'Höheren Justizdienstes'
  • nehmen die Aufgaben des Staatsanwalts wahr und treten als solcher beim Amtsgericht in der Hauptverhandlung (Strafsachen) auf.

·Zum Amtsanwalt werden in Baden-Württemberg nur Rechtspfleger ernannt,

  • die zuvor an der Fachhochschule die Ausbildung und das (1.) Examen zum Diplom-Rechtspfleger (FH) bestanden haben,
  • sich anschließend einige Jahre im Rechtspflegerdienst bewährt haben und
  • die Zusatzausbildung zum Amtsanwalt mit besonderem (2.) Examen erfolgreich absolviert haben.

Zuständigkeitsregelungen für Amtsanwälte:
Auszug hier   aus dem 'Organisations-Statut der Staatsanwaltschaften'OrgStA/BaWü – VwV d. JuM vom 20. November 2003 (3262/0161) – Die Justiz S. 627 –


Amtsanwälte
entstammen also der Rechtspfleger-Laufbahn, werden nach einem besonderen Ausleseverfahren, nach einer weiteren qualifizierten Ausbildung und nach einem zusätzlichen Examen zum Amtsanwalt gekürt und bilden sodann eine originäre Berufsgruppe, die auf dem Parkett der Amtsgerichte mitten im weitgefächerten Tätigkeitsfeld der Richter und Staatsanwälte agiert. Sie verrichten insoweit einen wesentlichen Teil der Arbeit des Höheren Justizdienstes.

Das Berufsbild hat sich im Laufe der Zeit de facto deutlich geändert. Durch Kombination verschiedener Delikte (Anm.: kommt bei den übertragenen Ermittlungsverfahren häufig vor) hat sich für die Amtsanwälte ein viel größeres Aufgabengebiet als früher ergeben. Der Schwerpunkt hat sich von der 'Kleinkriminalität' in Richtung 'Mittlere Kriminalität' verschoben, die Kleinkriminalität stellt meist nur noch eine Art Füllmasse dar.
In der Hauptverhandlung - beim Strafrichter bzw. beim Schöffengericht - vertreten die Amtsanwälte mittlerweile alle denkbaren Fälle, die zum Amtsgericht kommen.

 


Zitat aus dem AGGVG (Baden-Württemberg) vom 16.12.1975 (GBl. S. 868), zul. geändert am 04.05.2009 (GBl. S. 195):

...

§ 9    Amtsanwälte

(1)    Zum Amtsanwalt ist befähigt, 
         wer die Befähigung zum Richteramt besitzt oder die Amtsanwaltsprüfung bestanden hat.
(2)     ...  

 


Zitat aus dem GVG, zul. geändert durch Artikel 5 des Gesetzes vom 30. Juli 2009 (BGBl. I S. 2474), nahezu gleichlautend mit der Fassung vom 27.01.1877 (RGBl. S. 41) bei Einführung des Amtes:
...
§ 142    Staatsanwaltschaft

(1)  Das Amt der Staatsanwaltschaft wird ausgeübt:

      1. ...
      2. ...
      3. bei den Amtsgerichten durch einen oder mehrere Staatsanwälte oder Amtsanwälte.

(2)  ...

 


Zitat aus der VO des Justizministeriums BW über die Amtstracht bei ordentlichen Gerichten vom 01. Juli 1976 (GBl. 1976, 527):
...
§ 1   Amtstracht

(1) Die Amtstracht besteht aus einer schwarzen Robe mit einem Besatz
      1. aus Samt bei Richtern, Staatsanwälten und Amtsanwälten,
      2. aus Wollstoff bei Urkundsbeamten der Geschäftsstelle.

Zur Amtstracht ist ein weißes Hemd mit weißem Langbinder zu tragen. Frauen tragen eine weiße Bluse, zu der eine weiße Schleife angelegt werden kann.

 


Zitat aus dem 'Deutschen Richtergesetz' vom 19.04.1972 (BGBl. I S. 713), zul. geändert am 05.02.2009 (BGBl. I S. 160):

...

§ 5    Befähigung zum Richteramt

(1) Die Befähigung zum Richteramt erwirbt, wer ein rechtswissenschaftliches Studium an einer Universität mit der ersten Prüfung und einen anschließenden Vorbereitungsdienst mit der zweiten Staatsprüfung abschließt; die erste Prüfung besteht aus einer universitären Schwerpunktbereichsprüfung und einer staatlichen Pflichtfachprüfung.

(2) Studium und Vorbereitungsdienst sind inhaltlich aufeinander abzustimmen.