Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

Rechtsfrieden herstellenRechtsfrieden herstellenAmtsanwältinnen / AmtsanwälteDie Staatsanwaltschaften in BaWüDie Staatsanwaltschaften in BaWü

in Baden-Württemberg

•   Informationen des Berufsverbands  •

 

 

Die Strafverfolgungsstatistik

... des Statistischen Landesamts verschafft einen Überblick über die Arbeit der Staatsanwaltschaften & Gerichte in Baden-Württemberg: die Richterinnen/Richter haben im Jahr 2018 deutlich mehr Menschen verurteilt als im Jahr zuvor, wobei der Anteil an Verurteilten mit ausländischem Pass drastisch gestiegen ist.
Verurteilt wurden 104.797 Menschen, das sind 4.100 mehr als im Vorjahr (+4,1%). So drastisch sind die Zahlen in den vergangenen 14 Jahren nicht gestiegen.
Die Frauenquote liegt bei ca. 18 %.
 

In ca. 14 % aller Fälle verhängten die Richter die kriminellen Erwachsenen zu Freiheitsstrafen, wobei ca. 30 % der Freiheitsstrafen ohne Bewährung blieben.
4.119 Menschen mussten ihre Strafe im Gefängnis verbüßen. Einweisungen von Straftätern in eine psychiatrische Klinik gelten nicht als Verurteilung.
Die übrigen Straftäter wurden zu Geldstrafen verurteilt.
Die Zahl der Freisprüche blieb mit ca. 2 % konstant niedrig. In den übrigen Fällen wurden die Verfahren eingestellt - etwa gegen eine Geldzahlung oder anderweitig.  

Der Anteil der verurteilten Ausländer ist der höchste seit 20 Jahren: 41,2 % aller Verurteilten hatten keinen deutschen Pass. Deren Bevölkerungsanteil ist insgesamt um 4,2 % gewachsen. Im Südwesten leben 1,5 Mio Ausländer, während die Zahl der Deutschen leicht um 0,1 % abnahm und bei 8,1 Mio liegt. Der Anteil junger Männer ohne deutschen Pass stieg besonders deutlich. Das ist genau jene Gruppe, die überproportional häufig kriminell wird – egal welcher Herkunft. Neben dieser demografischen Entwicklung gibt es auch Straftaten, die ausschließlich von Ausländern begangen werden können, etwa Asylbetrug und Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz. Um solche Vergehen ist die Statistik nicht bereinigt. 

In allen Gruppen ist die Zahl der Straftaten gestiegen. Am häufigsten kommen Delikte im Straßenverkehr vor. Es folgen Betrug und Untreue, dann Diebstahl und dann Drogendelikte und Gewaltverbrechen. Wegen Betrugs oder Untreue wurden 1.000 Menschen mehr als im Vorjahr verurteilt (+5,3 %). Besonders drastisch stieg Erschleichen von Leistungen ('Schwarzfahren') um 1.200 Fälle an. Verurteilungen wegen Drogendelikten nahmen deutlich um 7,7 % auf 9.900 Schuldsprüche zu. Die Gewaltdelikte, zu denen neben schwerer Körperverletzung auch Mord, Totschlag und Vergewaltigung gehören, legten um 50 Schuldsprüche zu (+1,5 %). Sexualstraftaten sind wie im Vorjahr deutlich um 22,2 % gestiegen. Verurteilungen wegen Vergewaltigung und schwerer sexueller Nötigung stiegen um 12 % auf 121 Fälle. Das Sexualstrafrecht war 2016 verschärft worden. 

 


"Das gute Beispiel ist nicht eine Möglichkeit, andere Menschen zu beeinflussen, es ist die einzige."  (Albert Schweitzer)